Gemeinsam für gute Bildung und gelingende Übergänge ins Berufsleben
Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Übergang von Schule in Beruf. „Unser Ziel ist es, Brüchen in der Bildungsbiographie von Jugendlichen vorzubeugen“, erklärte Gabriela Parker von der Jugendberufsagentur Alzey-Worms. Sie wies auf steigende Zahlen von Jugendlichen hin, die dauerhaft unentschuldigt in der Schule fehlten und fügte hinzu: „Schulabsentismus betrifft zunehmend auch Gymnasiasten.“ Die Lehrerinnen und Lehrer bekräftigten in diesem Zusammenhang besonders ihren Anspruch, den Kindern und Jugendlichen beispielsweise mithilfe eines Alltagsbezugs Freude am Lernen und Grundwerte zu vermitteln, die sie ein Leben lang bereichern. Wichtig sei außerdem, dass die Jugendlichen ihre Stärken kennen.
Wichtige Informationen über den Bereich Kinderschutz in Schulen vermittelte die Diplom-Sozialpädagogin Tabea Urban von der Regionalen Diakonie Rheinhessen. Urban unterstrich: „Frühe Hinweise und Einschätzungen vonseiten der Schule sind sehr wertvoll.“ Die Expertin stellte mögliche Warnzeichen vor, die auf Unterstützungsbedarf und problematische Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen hinweisen können. Um Kinder und Jugendliche vor körperlichen, geistigen und seelischen Gefahren zu schützen, arbeitet die Fachkraft eng mit dem Jugendamt, dem Gesundheitswesen, Schulen und in schweren Fällen mit dem Familiengericht sowie der Polizei zusammen. Sie informierte die Lehrkräfte über direkte Ansprechpartner bei diversen Problemfällen. Die Lehrerinnen und Lehrer erarbeiteten im Workshop zum Thema Kinderschutz als Ziel, die Schülerinnen und Schüler darin zu bestärken, ihre Grenzen zu erkennen.
Zudem nutzten die Lehrkräfte den Workshop, um sich über den Umgang mit Jugendlichen auszutauschen, die künstliche Intelligenz in einem schädlichen Maß nutzen oder von einer Vielzahl an Hetz-Nachrichten in den sozialen Medien beeinflusst werden. Hilfreich können dabei Veranstaltungen sein, die Schülerinnen und Schüler für einen reflektierten Umgang mit solchen Problematiken sensibilisieren. Bei ihren Vorhaben werden die Lehrerinnen und Lehrer nicht allein gelassen, wie Gabriela Parker erklärte: „Bei der Umsetzung werden wir Sie unterstützen.“
Bildungskommune und Jugendberufsagentur ziehen an einem Strang. Während die Bildungskommune vor allem Kinder und Jugendliche im Fokus hat, unterstützt die Jugendberufsagentur junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren niedrigschwellig in allen Lebenslagen. „Wir wollen bei Problemen frühzeitig eingreifen“, erklärt Gabriela Parker. In der Jugendberufsagentur Plus geht außerdem eine Sozialarbeiterin präventiv auf Schülerinnen und Schüler zu, die Gefahr laufen, aus dem Blick der Hilfesysteme zu geraten.
Das Team tauscht sich mit Netzwerkpartnern aus, befragt Schulen und steht diesen beratend zur Seite, erhebt Daten über die Bildungsentwicklung im Landkreis und veröffentlicht diese auf ihrer Übersichtsseite unter www.bildung-alzey-worms.de.
Neben den Workshops bietet die Jugendberufsagentur Lehrkräften auch Fallbesprechungen vor Ort an. Das Bildungsbüro des Landkreises plant außerdem einen sogenannten Schulwegweiser. Jugendberufsagentur und Bildungskommune sind somit nicht nur eine unentbehrliche Unterstützung für Jugendliche im Landkreis, sondern agieren in Zusammenarbeit mit vielen Netzwerkpartnern, wie den Schulen, weitgreifend und präventiv. „Bildung ist die Grundlage für alles: Für die Einzelnen, für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie, für die Sozialsysteme sowie die Fachkräftesicherung“, betont Kirsten Rathgeber, Bildungsmanagerin im Landkreis Alzey-Worms.
Das Projekt „Bildungskommunen“ wird von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) sowie die Kreisverwaltung gefördert und das Projekt „Jugendberufsagentur plus“ wird vom Jobcenter, dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und die Kreisverwaltung Alzey-Worms gefördert.
