Jugendhilfeausschuss: Wirken der Frühen Hilfen und der Kreisjugendförderung im Fokus

Die Netzwerkkoordinatorin für Kinderschutz und Frühe Hilfen im Landkreis Alzey-Worms, Verena Nowak, informierte in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses über das vielfältige Wirken des Netzwerks im vergangenen Jahr. Die niedrigschwelligen Angebote der Frühen Hilfen richten sich an Familien mit Kindern im Alter von drei Jahren. Diese werden zuhause begleitet und bei Bedarf an weitere Hilfestellen vermittelt. Ziel ist es, die Ressourcen der Familien zu erkennen und zu stärken.

Nowak betonte die präventive Wirkung der Angebote: Fünf bis 15 Prozent der Kinder, die mit hohen Belastungen aufwachsen, hätten ein erhöhtes Risiko, vernachlässigt oder misshandelt zu werden. Die Frühen Hilfen beugten dem vor, indem Belastungen frühzeitig erkannt und Familien rechtzeitig geholfen werde. Somit verbesserten sie die Entwicklungschancen der Kinder und wirkten sich positiv auf deren soziale Entwicklung aus. Landrat Heiko Sippel ergänzte: „Es ist wichtig, dass wir die Familien erreichen.“ 

Zu den verschiedenen Angeboten zählt etwa die AG Frühe Hilfen, die im vergangenen Jahr das Thema Medienkonsum von Kindern unter drei Jahren fokussierte und Eltern bei dieser Problematik unterstützt. Die Netzwerkkoordinatorin stellte zudem Formate zum Austausch vor, wie etwa die Mütter-Väter-Treffen, bei denen Eltern von Babys im ersten und zweiten Lebensjahr miteinander ins Gespräch kommen und mit Fachkräften aus dem Bereich der frühkindlichen Entwicklung in Kontakt treten können. Im vergangenen Jahr begleiteten elf Fachkräfte und eine Familienhebamme 57 Familien im Landkreis Alzey-Worms. 

Über die Arbeit der Kreisjugendförderung im vergangenen Jahr berichtete die Kreisjugendpflegerin Annalena Zimmermann. Gestiegen sind unter anderem die Zuschüsse für Jugendfreizeiten, die sich auf rund 38.200 Euro beliefen, etwa 4.600 Euro mehr als im Vorjahr. Hier habe es mit insgesamt 146 Anträgen 31 Anträge mehr als im Vorjahr gegeben. Freizeiten wie das Zeltlager in Nieder-Wiesen förderten mit ihrem vielseitigen Programm die Kreativität von Kindern und Jugendlichen, stärkten ihre Team- und Problemlösefähigkeit und verbesserten ihr Selbstbewusstsein. Mehr Anträge und höhere Zuschüsse seien auch im Bereich Jugendarbeit im ländlichen Raum zu verzeichnen gewesen. Landrat Sippel unterstrich in diesem Zusammenhang: „Der Bedarf ist nach wie vor hoch.“