Landkreis Alzey-Worms beschließt Konzept zur Anpassung an den Klimawandel

Der Landkreis Alzey-Worms wappnet sich gemeinsam mit seinen Kommunen gegen die bereits spürbaren und zukünftigen Folgen des Klimawandels. Der Kreistag hat deshalb einstimmig das Integrierte Klimaanpassungskonzept einstimmig beschlossen. Damit ist der Weg frei für die am 1. Juli 2026 startende Umsetzungsphase. Das dreijährige Vorhaben wird zu 90 Prozent durch Bundesmittel gefördert. Ein zentraler Klimaanpassungsmanager auf Landkreisebene wird die Maßnahmen künftig koordinieren und die Umsetzung begleiten.

Das wissenschaftlich fundierte Konzept beruht auf einer regionalen Klimarisikoanalyse sowie einer intensiven Bürger- und Expertenbeteiligung. Das Ergebnis ist ein maßgeschneiderter Katalog, der neben kreisweiten Aufgaben auch individuelle Maßnahmen für alle Verbandsgemeinden und die Stadt Alzey festlegt.

Aufgrund der ländlichen Struktur der Region stehen zwei Kernkonzepte im Fokus:

„Schwammstadt“ im Ort: Durch gezielte Entsiegelung und Begrünung öffentlicher Flächen sollen Hitzewellen abgemildert und Sturzfluten bei Starkregen gebremst werden.

„Schwammland“ im Außenbereich: Für jede von Starkregen betroffene Ortsgemeinde wurden die Abflussbahnen von Oberflächenwasser exakt analysiert. Durch eine gezielte Gelände- und Flächengestaltung soll das Wasser künftig vor den Siedlungsgebieten zurückgehalten und zur Versickerung gebracht werden.

Der Landkreis übernimmt dabei eine zentrale Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere zum Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen und zum privaten Starkregenschutz. Zudem stellt der Landkreis den Kommunen innovative digitale Werkzeuge wie zum Beispiel den „Hydro-Zwilling RLP“ oder ein Stadtklimamodell für den Hitzeschutz zur Verfügung. Mit diesen Computermodellen lassen sich die exakten Wirkungen von Schutzmaßnahmen vorab simulieren. Auch an den eigenen Liegenschaften setzt der Landkreis an und identifiziert bauliche Anpassungspotentiale an Starkregen-Risikopunkten für die Umsetzungsphase.