Offener Dialog mit dem Handwerk
Das regelmäßige Treffen, das längst zu einer festen Größe im Jahreskalender geworden ist, dient insbesondere der Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Handwerk, Politik und Verwaltung, betonte auch Kreishandwerksmeister Bernd Kiefer. Aus den Gesprächen der vergangenen Jahre habe man bereits viele wichtige Akzente setzen und einiges bewegen können. „Die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen der Kreishandwerkerschaft und der Kreispolitik ist ein zentraler Baustein für die Weiterentwicklung unserer Region“, erklärte Kreishandwerksmeister Bernd Kiefer. „Der offene Austausch auf Augenhöhe hat sich bewährt – viele Themen konnten wir gemeinsam anstoßen und erfolgreich voranbringen. Dieses kooperative Verhältnis ist alles andere als selbstverständlich und dafür sind wir sehr dankbar.“
Ein Dauerbrenner ist und bleibt das Thema „Handwerkliche Berufsorientierung“. Die Handwerkskammer Rheinhessen ist dabei ein starker Kooperationspartner der Jugendberufsagentur Alzey-Worms. Im Fokus stehen nicht allein berufliche Orientierungstage, bei denen Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen beraten werden und sich dank des Mitwirkens regionaler Betriebe auch praktisch im beruflichen Alltag erproben können. Vielmehr wird im Austausch mit allen Beteiligten ermittelt, wo nachjustiert werden muss, um Nachwuchskräfte für das Handwerk zu gewinnen und frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen. Ziel ist es, dass junge Menschen bereits im Schulunterricht das notwendige Wissen vermittelt bekommen, um bestmöglich auf eine Ausbildung vorbereitet zu sein. „Es bewegt sich was: Besonders hervorzuheben ist der neue Ansatz einer Schule im Landkreis Alzey-Worms, die im Rahmen eines Pilotprojekts in der 9. Berufsreifeklasse Prozent- und Flächenberechnung wiederholt und vertieft, statt abstrakteres Wissen wie beispielsweise Grenzwertberechnung zu vermitteln“, informierte Sippel. Innungsübergreifend befürworteten die Vertreter des Handwerks diesen wichtigen Schritt und zeigten sich offen, ihre Erfahrungen auch bei geplanten Berufsorientierungstagen für Lehrkräfte einzubringen.
Auch Dirk Egner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Alzey-Worms, betonte den besonderen Wert des regelmäßigen Austauschs: „Der Dialog mit der Politik ist für uns unverzichtbar. Nur wenn wir Herausforderungen gemeinsam besprechen und lösungsorientiert angehen, können wir die Rahmenbedingungen für das regionale Handwerk nachhaltig verbessern. Über die Jahre hat sich ein vertrauensvolles und konstruktives Miteinander entwickelt, das wir sehr schätzen und unbedingt fortführen möchten.“
Darüber hinaus stand das Thema „Sondervermögen für Infrastruktur, Bildung und Klima“ auf der diesjährigen Agenda. Landrat Sippel verkündete, dass der Landkreis und die kreisangehörigen Kommunen nach vorläufigen Berechnungen mit einem Budget von insgesamt rund 112 Millionen Euro von Bund und Land rechnen können. Diese Finanzspritze versetze die Kommunen in die Lage, Investitionen in die hiesige Infrastruktur anzugehen, die zuvor mangels entsprechender finanzieller Mittel nicht umgesetzt werden konnten. In naher Zukunft werde sich der Kreis mit den Gemeinden zur Verteilung der Mittel und zur Konkretisierung der angedachten Maßnahmen abstimmen.
Unabhängig vom Sondervermögen stehen weitere Investitionen in die Region auf dem Plan. „Im Kreishaushalt 2026 ist ein Investitionsvolumen in Höhe von sechs Millionen Euro für den Straßenbau vorgesehen“, betonte der Kreischef. Auch im Gebäudemanagement seien zahlreiche Projekte im Fünf-Jahres-Zielplan verankert, unterstrich die für diesen Bereich zuständige Kreisbeigeordnete Stephanie Jung. Sie gab zudem einen Überblick über geplante Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen der kreiseigenen Gebäude.
Weitere Themen, die zum angeregten Austausch beitrugen, waren der Umgang mit unerlaubter Handwerksausübung, die Kommunale Wärmeplanung sowie die Umstellung der Abfallwirtschaft im Landkreis. Einig waren sich alle Beteiligten darin, an den Themen weiterzuarbeiten und den gemeinsamen Dialog auch künftig fortzuführen.