Schulentwicklungsplanung wird angepasst: Neubau für IGS auf dem Gelände der Gustav-Heinemann-Realschule plus
Die neue Variante ist das Ergebnis der Prüfung der bisherigen Planungen durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) und die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wurde im April 2026 zur baufachlichen Prüfung vorgelegt. Die Stellungnahme der SGD Süd vom Juni 2026 hat zu einer Neubewertung der bisherigen Planungen geführt.
Umbau des bestehenden Gebäudes wäre deutlich aufwendiger
Ursprünglich war vorgesehen, die IGS im bestehenden Gebäude der Gustav-Heinemann-Realschule plus unterzubringen. Die baufachliche Prüfung hat jedoch gezeigt, dass hierfür wesentlich umfangreichere Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich wären als zunächst angenommen.
Unter anderem müssten Klassenräume grundlegend verändert werden, um das pädagogische Konzept der IGS mit modernen und offenen Lernlandschaften umzusetzen. Damit verbunden wären umfassende Prüfungen und Anpassungen bei Brandschutz und Statik sowie Untersuchungen möglicher Schadstoffe.
Nach aktueller Einschätzung könnte sogar eine weitgehende Entkernung und ein anschließender Neuaufbau des Gebäudes notwendig werden. Die ursprünglich angenommenen Umbaukosten von rund fünf Millionen Euro reichen daher voraussichtlich nicht aus. Aktuell wird von bis zu acht Millionen Euro ausgegangen. Hinzu kämen erhebliche Beeinträchtigungen des laufenden Schulbetriebs und voraussichtlich Kosten für zusätzliche Pavillon-Container.
„Die neuen Erkenntnisse zeigen deutlich, dass wir unsere ursprüngliche Planung überprüfen müssen. Unser Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die pädagogisch sinnvoll, wirtschaftlich vertretbar und für den laufenden Schulbetrieb möglichst verträglich ist“, betont Landrat Heiko Sippel.
Neubau der IGS bietet mehrere Vorteile
Die nun favorisierte Lösung sieht deshalb einen Neubau der IGS auf dem Grundstück der Gustav-Heinemann-Realschule plus und FOS vor. Das Bestandsgebäude bleibt währenddessen weitgehend in seiner bisherigen Funktion erhalten.
Für den Landkreis hat diese Variante mehrere Vorteile: Statt mehrerer größerer Baumaßnahmen auf dem Schulgelände gibt es im Wesentlichen nur noch eine zentrale Baustelle für den IGS-Neubau. Dadurch können Baustellenverkehr, Baulärm und die Belastungen für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte deutlich reduziert werden.
Auch die notwendige Erweiterung der Löwenschule soll nicht mehr durch einen separaten Neubau erfolgen. Nach dem Umzug der IGS in das neue Gebäude sollen die zusätzlich benötigten Räume im bestehenden Gebäude der Gustav-Heinemann-Realschule plus geschaffen werden.
Mehr Platz für die Löwenschule
Die zwischenzeitlich mit der ADD abgestimmte Planung für die zusätzlichen Räume der Löwenschule umfasst rund 915 Quadratmeter Hauptnutzfläche. Dieser Flächenbedarf liegt deutlich über den ursprünglich angenommenen 300 bis 350 Quadratmetern. Hintergrund ist, dass die zusätzlichen Räume dauerhaft benötigt werden und nicht lediglich als vorübergehende Auslagerung gedacht sind.
Das bestehende Gebäude der Gustav-Heinemann-Realschule plus und FOS verfügt nach derzeitiger Einschätzung über ausreichende Flächenreserven, um das genehmigte Raumprogramm der Löwenschule dort umzusetzen. Die hierfür erforderlichen Umbaukosten werden derzeit mit rund drei Millionen Euro veranschlagt.
IGS soll zum Schuljahr 2027/2028 starten
Nach der derzeitigen Planung könnte der erste Jahrgang der IGS zum Schuljahr 2027/2028 zunächst im bestehenden Gebäude der Gustav-Heinemann-Realschule plus und FOS untergebracht werden.
Parallel dazu soll die Planung für den Neubau zügig vorangetrieben werden. Ziel ist es, das neue IGS-Gebäude spätestens zum Schuljahr 2029/2030 fertigzustellen. Für die Übergangszeit wird voraussichtlich eine zusätzliche Pavillon-Container-Anlage benötigt. Hierfür bietet sich der frühere Standort der bereits vorhandenen Container an, da dort die notwendigen Anschlüsse für Strom, Wasser und Heizung vorhanden sind. Dabei sollen die alten Container durch eine neue, moderne Containerlösung ersetzt werden.
Nach dem Umzug der IGS in den Neubau können im bisherigen Gebäude die zusätzlichen Räume für die Löwenschule eingerichtet werden.
Wirtschaftlichkeit neu bewertet
Auch die Kostenschätzungen wurden aufgrund der neuen Erkenntnisse und aktualisierter Baukostenkennwerte überarbeitet. Für den vierzügigen Neubau der IGS werden derzeit Gesamtkosten von rund 43,2 Millionen Euro angenommen. Davon könnten nach der aktuellen Förderberechnung rund 20,3 Millionen Euro durch eine Förderung abgedeckt werden. Der verbleibende Anteil des Landkreises für den IGS-Neubau würde damit bei rund 23 Millionen Euro liegen.
Zusammen mit den geschätzten Umbaukosten von rund drei Millionen Euro für die Löwenschule ergibt sich für die nun favorisierte Variante ein voraussichtlicher Eigenanteil des Landkreises von rund 24,2 Millionen Euro. Damit liegt die Variante nach derzeitiger Berechnung rund 1,2 Millionen Euro unter der bisherigen Planung – und berücksichtigt dabei bereits die erforderlichen Übergangslösungen mit Containern.
„Wir schaffen mit dieser Lösung die Voraussetzung für eine moderne IGS, erhalten gleichzeitig den Schulstandort der Realschule plus und FOS und schaffen dauerhaft dringend benötigte Räume für die Löwenschule. Gleichzeitig reduzieren wir die Belastungen während der Bauphase und können die vorhandenen Flächen sinnvoll weiter nutzen“, so Landrat Sippel.
Die Kreisverwaltung wird beauftragt, die weiteren Planungsschritte einzuleiten und die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen entsprechend fortzuschreiben. Über die Anpassung des Maßnahmenkatalogs der Schulentwicklungsplanung entscheiden die zuständigen Kreisgremien.